RFID in der Fertigung
Einsatz von RFID im Anlagenbetrieb und der Lagerhaltung
Im Juni 2003 gab die weltgrößte Einzelhandelskette "Wal Mart" bekannt, dass ihre wichtigsten 100 Lieferanten ab Januar 2005 alle an die Wal Mart-Vertriebszentren gelieferten Kisten und Paletten mit RFID (Radio Frequency Identification) ausstatten müssen. Im Zuge dessen wurde der erste umfassende Praxistest für die RFID-Sensor Technologie gestartet, in dem sowohl Lieferanten als auch Mitbewerber eine Wireless-Technologie kennen lernen sollten, mit der sie ihre Produkte in der Lieferkette jederzeit identifizieren können.
Während die Wal Mart Initiative noch ein Bewusstsein für RFID erzwingt, ist diese Technologie in Wirklichkeit schon heute ein globales Phänomen. Die Anwendungsmöglichkeiten gehen dabei weit über den Einzelhandel hinaus. So implementieren beispielsweise globale Unternehmen wie Tesce, Marks and Spencer, Nokia und viele andere bestimmte Aspekte von RFID. Zudem setzen Firmen verschiedener Industriebereiche RFID entsprechend ihrer eigenen Anforderungen ein, was sich wiederum auf andere Hersteller und Zulieferer auswirkt.
Die mögliche Wirkung solcher Anforderungen für die Hersteller könnte deutlich größer sein als die Initiative von Wal Mart. So hat sich das US-amerikanische Verteidigungsministerium (Department of Defense, DOD) mit mehr als 200 seiner Lieferanten getroffen, um seine RFID Strategie zu erklären. Dabei ging es nicht nur um die Kennzeichnung von Waren. Auch das US-amerikanische Ministerium für Heimatschutz (Department of Homeland Security) zeigte kürzlich, wie RFID die grenzüberschreitende Mobilität von Menschen weltweit beschleunigen kann, während gleichzeitig die Bedrohung durch den Terrorismus reduziert wird.
Die potenziellen Vorteile für große Zulieferer, die RFID in ihrem Versorgungsnetzwerk umfassend einsetzen, sind inzwischen gut dokumentiert.
Präzise Voraussagen ermöglichen in Echtzeit eine spürbare Verbesserung der Leistungsfähigkeit der gesamten Lieferkette. Wie die Benchmark-Studien des AMR Research Instituts zeigen (siehe AMR Research Report "The Hierachy of Supply Chain Metrics: Diagnosing Your Supply Chain Health"), können Unternehmen aus allen Bereichen der Industrie aufgrund der genaueren Vorhersagemöglichkeit ihre Inventurkosten um 15% senken, das sogenannte Perfect Order Rating um 17% verbessern und die Kapitalbindungszeiten um 35% verkürzen. Aber führen diese Firmen ihre jeweiligen Industrien auch in puncto Finanzen und Marktleistung an?
Basierend auf den marktführenden Unternehmen, die in der Consumer Products Benchmarking-Gruppe von AMR Research gelistet sind, lautet die Antwort scheinbar: "Ja".
Um Hersteller und Einzelhändler zu unterstützen, haben mehrere Lieferanten aus verwandten Industriezweigen eingewilligt, sich den Herausforderung bei der Umsetzung der RFID Technologie und ihrer Regulierung zu stellen. Zudem haben globale Softwareunternehmen wie SAP, Oracle, Microsoft und IBM deutliche Fortschritte erzielt, um den Anforderungen von RFID gerecht zu werden. Auch Unternehmensberatungsfirmen informieren ihre Kunden umfassend über RFID und dessen Einfluss auf die wirtschaftliche Leistung der Lieferkette, auf Änderungen im Kundenmanagement sowie auf Geschäftsprozesse im Front- und Back Office.
Außerdem erstellen IT Organisationen speziell angepasste Pakete, mit denen eine Software entwickelt werden kann, die die RFID-Netzwerke der Kunden mit bestehenden Unternehmenssystemen verknüpft. Das Hauptinteresse der IT Spezialisten besteht darin, die resultierende Komplexität in Anwendungen, im Event- Management, in Produktverzeichnissen, in Netzwerken und in der RFID Ausstattung entsprechend zu adressieren.
Aber welche Rolle spielt RFID in der Fertigung?
Die Anstrengungen von RFID in Bezug auf die Transparenz des Bestands innerhalb der Lieferkette sind eng an die Kontrollsysteme und die Produktionsprozesse angebunden. Um die Vorteile von RFID vollständig nutzen zu können, müssen die Kontrollsysteme für das Fertigungsmanagement modifiziert werden. Dafür ist eine Synchronisation der Betriebsebene mit der RFID-basierten Lieferkette nötig. Um dies zu realisieren, müssen die Produktionsanlagen umgerüstet, Geschäftsstrategien angepasst, Informationssysteme auf Betriebsebene abgeglichen und neue RFIDbasierte Produktionsdaten in Unternehmenssysteme integriert werden.
Seitdem einflussreiche Einzelhändler entprechend einschränkende Aufträge erteilt haben und auch die Regierung der USA zusammen mit dem US-amerikanischen Verteidigungsministerium neue Regeln für RFID entwickelt hat, haben sowohl Hersteller als auch Lieferanten oft keine andereWahl als die damit verbundenen Kosten selbst zu tragen. Für diese Hersteller ist es entscheidend, dass sich RFID nicht nur für das aktuelle Geschäft nutzen lässt, sondern auch zur Erzielung eines erhöhten Return On Investment (ROI).
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